CertBase Community
Die Lernplattform für Ihren Erfolg
Hyper-V: Verschachtelte Virtualisierung

Hyper-V in Windows 10 und Windows Server 2016 ermöglicht erstmals den Betrieb virtueller Computer innerhalb eines virtuellen Computers. So ist es beispielsweise möglich, mit nur einem (leistungsstarken) physikalischen Computer einen kompletten Hyper-V Cluster für Testzwecke abzubilden und VMs von einem virtuellen Hyper-V Server per Livemigration auf einen anderen umzuziehen.

Standardmäßig ist die Unterstützung für Hyper-V in einer VM deaktiviert. Das Aktivieren ist jedoch denkbar einfach und mit einer PowerShell-Zeile schnell für einen oder mehrere VMs erledigt.

Damit der Start einer VM in einer VM reibungslos funktioniert sind mehrere Voraussetzungen zu erfüllen. Zudem gibt es einige Einschränkungen zu beachten.

Voraussetzungen

  • Dem virtuellen Hyper-V Host müssen mindestens 4 GB Arbeitsspeicher zugewiesen sein.

  • Der virtuelle Hyper-V Host darf keinen dynamischen Arbeitsspeicher verwenden. Die Option muss in den Einstellungen der VM deaktiviert werden.

  • Für den virtuellen Hyper-V Host muss das Spoofing von MAC-Adressen aktiviert sein (die Funktion befindet sich in den erweiterten Features der Netzwerkkarte(n)).

  • Für den virtuellen Prozessor des virtuellen Hyper-V Hosts müssen die erweiterten Virtualisierungsfunktionen aktiviert sein. Diese Aktivierung ist nur über die PowerShell möglich. In der GUI kann die Option nicht konfiguriert werden.

    Beispiel:

    Set-VMProcessor -VMName "VM1" -ExposeVirtualizationExtensions $true

  • Der physikalische Hyper-V Host muss über einen Intel Prozessor mit Intel VT-x Unterstützung verfügen. Die verschachtelte Virtualisierung wird bislang nur für Intel-basierte Systeme unterstützt.

Einschränkungen:

Bei der Aktivierung der erweiterten Virtualisierungsfunktionen wird auf Einschränkungen und mögliche Fehlfunktionen hingewiesen:

Darüber hinaus dürfen auf dem physikalischen Hyper-V Host weder der Device Guard noch die virtualisierungsbasierte Sicherheit (VBS) aktiviert sein. Man kann also entweder virtuelle TPMs (vTPMs) oder die verschachtelte Virtualisierung nutzen. Beides gleichzeitig oder gar vTPMs in geschachtelten VMs funktioniert nicht.

VM in VM:

 


Eingetragen Mon, 13. Jun 2016 11:29 von Maik
CertBase - IT-Prüfungsvorbereitung Online