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Windows-Bereitstellungsdienste: Automatisieren der Abbildinstallation

Die Windows-Bereitstellungsdienste (Windows Deployment Services, WDS) sind bestens geeignet, um Windows-Betriebssysteme auf neuer Hardware bereitzustellen. Auch bestehende Systeme lassen sich im Schadensfall mit einem angepassten Windows-Abbild schnell wieder auffrischen.

In diesem Artikel soll es darum gehen, die Installation eines bereits erstellten Abbilds soweit zu automatisieren, dass ein Benutzer in einem Außenstandort beim Computerstart die F12 Taste drücken kann, um eine Neuinstallation eines angepassten Abbilds einzuleiten und die nächste Interaktion erst wieder bei der Anmeldung an die Firmendomäne erforderlich wird.

Voraussetzung ist, dass sich am Standort ein funktionierender Windows Server 2012-Bereitstellungsdiensteserver befindet, der über ein vorbereitetes Windows 7 WIM-Abbild verfügt.

Für die Automatisierung der Installation sind zwei Antwortdateien erforderlich, die beide auf dem WDS-Server hinterlegt werden. Im Abbild selber muss keine Antwortdatei (Sysprep.xml) hinterlegt werden.

Der Installationsprozess untergliedert sich in zwei Schritte:

1.       Im ersten Schritt wird der Clientcomputer partitioniert und das Abbild wird vom WDS-Server auf den Client übertragen.

2.       Im zweiten Schritt wird das Setup durchlaufen und der Computer wird in die Domäne eingebunden.

Die Namen der Antwortdateien können frei gewählt werden. Ich habe mich in Anlehnung an die hauptsächlich betroffenen Installationsphasen für WDS_PE_Unattend_x86.xml und WDS_OOBE_Unattend_x86.xml entschieden. Für das Erstellen der Antwortdateien verwenden Sie am besten den Windows System Image Manager (Windows SIM) aus dem Windows Administrative Installation Kit (Windows AIK). Bei der Installation des AIK müssen Sie darauf achten, die richtige Version für Ihr WIM-Abbild bzw. für Ihr zu verteilendes Betriebssystem zu installieren. Ansonsten kommt es beim Einlesen des Abbilds zu leicht irreführenden Fehlermeldungen.

Erstellen der Antwortdatei für die WDS-Clientinstallation

Relevant ist Phase 1 windowsPE. Um den Ablauf zu automatisieren müssen Sie der Phase die folgenden Komponenten hinzufügen:

  • x86_Microsoft-Windows-International-Core-WinPE\ SetupUILanguage
  • x86_Microsoft-Windows-Setup\ DiskConfiguration
  • x86_Microsoft-Windows-Setup\ UserData
  • x86_Microsoft-Windows-Setup\ WindowsDeploymentServices


 In der Komponente x86_Microsoft-Windows-International-Core-WinPE legen Sie die Sprachoptionen fest.

In der Komponente x86_Microsoft-Windows-Setup führen Sie zunächst die Partitionierung für den Datenträger 0 durch. Ich habe eine Partition mit einer Größe von 200 MB für die Systempartition erstellt und eine zweite Partition, die sich über den gesamten Rest der Festplatte erstreckt (Extend = true) für die Startpartition. Nachdem die beiden Partitionen formatiert sind, wird mit den Einstellungen im Abschnitt WindowsDeploymentServices eine Verbindung zum WDS-Server hergestellt und das unter InstallImage festgelegte Abbild wird auf die unter InstallTo festgelegte Partition angewendet.

Eine Antwortdatei, die Sie Vorlage zum Ausprobieren und Anpassen verwenden können, können Sie hier herunterladen: WDS_PE_Unattend_x86.xml.

Um die Antwortdatei zu verwenden, müssen Sie die Eigenschaften des WDS-Servers öffnen und auf dem Register Client die unbeaufsichtigte Installation aktivieren. Dort können Sie die Antwortdatei für die vorhandenen Architekturen hinterlegen.

 
Erstellen der Antwortdatei für die Abbildinstallation

Im zweiten Schritt sind die Phasen 4 specialize und 7 oobeSystem relevant. Um das Setup zu Automatisieren benötigen Sie die folgenden Komponenten:

  • x86_Microsoft-Windows-Shell-Setup__neutral
  • x86_Microsoft-Windows-UnattendedJoin__neutral\Identification
  • x86_Microsoft-Windows-International-Core__neutral
  • x86_Microsoft-Windows-Shell-Setup__neutral\ OOBE
  • x86_Microsoft-Windows-Shell-Setup__neutral\ UserAccounts

 

Eine Antwortdatei als Vorlage zum Ausprobieren und Anpassen können Sie hier herunterladen: WDS_OOBE_Unattend_x86.xml.

Die Einstellung Computername = * in der Komponente x86_Microsoft-Windows-Shell-Setup__neutral generiert einen zufälligen Computernamen, mit dem der Computer in die Domäne aufgenommen wird, die mit der Komponente x86_Microsoft-Windows-UnattendedJoin__neutral festgelegt wird. Um einen bestimmten Namen vorzugeben, können Sie im AD ein Computerkonto vorab bereitstellen, dazu mehr im folgenden Abschnitt.

Computerkonten in Active Directory vorab bereitstellen

In verwalteten Umgebungen sind die Desktopcomputer in aller Regel eindeutig benannt und verfügen auch über ein Label, dass Aufschluß über den Computernamen, die Inventarnummer und andere Infos gibt. Um zu vermeiden, dass der Computer nach der Aufnahme in die Domäne noch einmal umbenannt werden muss, kann man vorab ein Computerkonto in Active Directory bereitstellen, dass dem Computer bei der Aufnahme in die Domäne zugewiesen wird.

Die „Reservierung" eines Computerkontos für einen bestimmten Computer erfolgt anhand der GUID (Global Unique Identifier), den Sie beispielsweise ablesen können, wenn Sie beim PXE-Start auf die Pause-Taste drücken:

Im Assistenten zum Hinzufügen vorab bereitgestellter Geräte kann die GUID anschließend ohne die Trennstriche eingegeben werden:

Unter der Adresse http://www.microsoft.com/en-us/download/details.aspx?id=10182 stellt Microsoft das Windows Server 2003 Deployment Toolkit zum Download bereits. Das Toolkit enthält neben Dokumentationen und Anleitungen zur Vorgängerversion der Windows-Bereitstellungsdienste (den Remoteinstallationsdiesnte, RIS) einige sehr hilfreiche Skripts, die für die Vorabereitstellung von Computerkonten wertvolle Dienste leisten können.

Besonders nützlich ist das Sript GetRISBIOSInfo.vbs, mit dem die GUIDs von Domänencomputern auch über das Netzwerk ermittelt werden können.

Der folgende Skriptaufruf ermittelt die GUID für alle Computer, deren Konten sich im Active Directory-Contrainer Computers befindet und erfasst sie in der angegebenen ExcelDatei:

Cscript.exe GetRISBIOSInfo.vbs /Command:getalluuids /ExcelPath:C:myGUIDs.xls

Der folgende Aufruf ermittelt die GUID des Remotecomputers DC-0101 und gibt ihn direkt in der Eingabeaufforderung aus:

Cscript.exe GetRISBIOSInfo.vbs /Command:getuuid /Server:DC-0101


Eingetragen Tue, 08. Jan 2013 21:11 von Maik
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